Der Reiz des Yala Nationalparks und die “Hauptattraktion” ist der Leopard. Die Leoparden in Sri Lanka sind etwas Einzigartiges und durch die Isolation auf der Insel sind sie die größten Leoparden der Welt. Bevor wir uns für eine Safaritour durch den Yala Nationalpark entschieden haben, haben wir natürlich auch das Internet nach Erfahrungsberichten durchsucht. Denn die Touren durch die Nationalparks in Sri Lanka werden sehr häufig etwas kritisch angesehen. Man findet Aussagen wie zum Beispiel: “sehr hektisch”, “Tiere werden bedrängt” oder sogar regelrecht verfolgt usw. deswegen waren wir etwas zurückhaltend, ob wir die Tour machen wollen oder nicht. In unserer Unterkunft trafen wir auf einen Safariguide und er erklärte uns, dass man in den Yala Nationalpark nur als lizenzierter Fahrer fahren darf und die Guides setzen alles daran, die Lizenz auch nicht zu verlieren.
Der Nationalpark ist in fünf Blöcke unterteilt und die Jeeps dürfen nur in Block 1 und 5 fahren, die beiden Blöcke machen circa ein Drittel der gesamten Parkfläche aus. Es muss einem bewusst sein, dass es nicht garantiert ist, dass man Leoparden sieht. Dieser Faktor setzt die Fahrer einem größeren Druck aus, denn wenn die Gäste ein gutes Erlebnis auf der Safari hatten und Leoparden gesehen haben, erzählen sie es anderen Touristen und dies bringt wiederum mehr Geld, welches dringend verdient werden muss. Aus diesem Grund werden die ersten zwei Stunden der Safari genutzt, um Leoparden zu suchen. Ist ein Leopard gesichtet, wird über Funk allen Jeeps im Park Bescheid gegeben, wo sich das Tier befindet und dann wird es wirklich hektisch. Als unser Fahrer sagte, dass wir sitzen bleiben und uns festhalten sollen, war das definitiv ein guter Rat. Nach ungefähr fünf Minuten durch den Park kamen wir an der Stelle der Sichtung an. Es versammelten sich schon etliche Jeeps um die Waldstelle. Während sämtliche Tourgäste Ausschau nach den Leoparden hielten, versuchten die Jeepfahrer sich den besten Spot zu sichern. Manche fahren vor, andere zurück, wieder andere versuchen schon etwas Vorsprung auf das Tier zu bekommen, damit man es im richtigen Moment sieht. Uns war mittlerweile auch etwas unwohl, weil es so chaotisch war.
Plötzlich tauchte ein Leopard aus dem Dickicht auf, die Jeeps setzten sich alle in Bewegung. Und nun dieses Bild: der Leopard ließ sich von dem Trubel der Jeeps überhaupt nicht beeindrucken. Das Tier lief gemütlich aus dem Wald über eine offene Wiese, setzte sich hin, gähnte genüsslich, leckte sich die Pfoten und zum Schluss legte er sich ganz gemütlich nieder. Wir konnten unser Glück kaum fassen. Der Leopard lief noch etwas herum und verschwand dann wieder im Wald.
