Wir glauben, man muss sich wirklich ein realistisches Bild setzen. Social Media gibt einem da manchmal ein falsches Bild und suggeriert, das alles easy ist und möglich.
Alle zwei bis drei Tage an einem anderen Ort sein, den ganzen Tag von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit zu ziehen und das Leben genießen, das ist für uns Reisen.
Das macht man aber nicht, wenn man remote arbeitet. Schaut euch viele der Selbstständigen da draußen an, die wirklich als Dienstleister arbeiten. Die ziehen nicht alle zwei Tage von Ort zu Ort, sondern bleiben oft länger an einem Ort, arbeiten den halben Tag und machen dann noch ihren Spaziergang zum Strand.
Das ist etwas anderes als zu „reisen“. Und die wenigsten sind in teuren Ländern unterwegs. Meist tummeln sie sich in Südostasien, denn dort bekommt man einfach für weniger Geld alles, was man braucht. Das ist die Realität. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber eben nicht viele.
Es gibt zwar einen großen Bedarf an Freelancern, aber eben auch genauso viele, die das machen. Dir wirft keiner Aufträge hinterher und es ist viel Arbeit, an welche zu kommen. Dazu gehört auch eine Menge Frust, wenn Du anfängst und als Anfänger eben noch nichts vorweisen kannst, ständig abgelehnt wirst oder erstmal nur unterirdische Preise bekommst.
Unsere Schwierigkeit war auch immer, dass wir vorher nie im Online-Segment gearbeitet haben und da eben auch nichts an Erfahrung / Ausbildung oder so vorweisen können. Man muss sich aber gegen genau die, die das haben, erst einmal durchsetzen.
Ihr merkt schon, wir gehören hier in der Runde zu denen, wo es noch nicht so klappen will. So ist das eben auch manchmal. Und wir haben auch gemerkt, dass wir als sehr introvertierte Menschen uns im Online-Arbeiten auch echt schwer tun. Kaltaquise gehört eben nicht zu unseren liebsten Aufgaben.
Vollzeit reisen und Vollzeit remote arbeiten gleichzeitig funktioniert einfach nicht, und darüber muss man sich im Klaren sein. Remote zu arbeiten, bedeutet auch, den Begriff „reisen“ vielleicht neu für sich definieren zu müssen.
Anders ist es natürlich, wenn du Unternehmer bist und deine Firma / Produkt auch ohne dich läuft. Aber das sind eben die wenigsten.
Eine Selbstständigkeit aufbauen, braucht nochmal mehr Zeit und viel Fokus. Während des Unterwegsseins ist das eben nicht so leicht, und es ist besser, dass tatsächlich vorher zu machen oder sich dann unterwegs wirklich die lange Auszeit vom Reisen zu nehmen und alle Energie darauf zu leiten.
